Wie entstehen blühende Wiesen, warum sind sie so artenreich – und welche Rolle spielen sie im Klimawandel? Antworten auf diese Fragen gibt es beim Frühstückstreff „Blumen und Brötchen“, zu dem die IG OMa am Sonntag, 18. Januar 2026, nach Waltenhofen einlädt. Die Veranstaltung verbindet gemeinsames Frühstück mit einem fundierten Vortrag über Natur- und Umweltschutz und richtet sich an alle, die sich für heimische Landschaften, Artenvielfalt und nachhaltige Entwicklung interessieren.
Unter dem Titel „Von der Urwiese zum Blühstreifen“ spricht Alfred Karle-Fendt, Vorsitzender des Sonthofener Vereins zur Förderung von Natur- und Umweltschutz, über die Entwicklung von Wiesen und Blühflächen im Wandel der Zeit. Dabei geht es nicht nur um idyllische Blumenwiesen, sondern um komplexe Lebensräume, die über Jahrzehnte – teilweise über Jahrhunderte – durch das Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur entstanden sind.
Blühende Wiesen gelten heute als Sinnbild für Biodiversität. Doch was viele nicht wissen: Die meisten artenreichen Wiesen sind keine ursprünglichen Naturräume, sondern Kulturlandschaften, die durch extensive Bewirtschaftung entstanden sind. Karle-Fendt nimmt die Teilnehmenden mit auf eine Reise durch unterschiedliche Lebensräume – von der alpinen Urwiese über traditionelle Streuwiesen bis hin zu modernen Stadtblühflächen. Dabei wird deutlich, wie sensibel diese Ökosysteme auf Veränderungen reagieren und welche Faktoren für ihre Artenvielfalt entscheidend sind.
Ein zentraler Aspekt des Vortrags ist die Frage, ob sich artenreiche Wiesen gezielt neu anlegen lassen. Können Blühflächen, die heute vielerorts als Ausgleichs- oder Klimaschutzmaßnahme entstehen, die ökologische Qualität gewachsener Wiesen erreichen? Welche Pflanzen- und Tierarten profitieren tatsächlich davon – und wo liegen die Grenzen solcher Maßnahmen? Auch der Einfluss des Klimawandels spielt eine wichtige Rolle: steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und extreme Wetterereignisse verändern Lebensräume nachhaltig.
Der Vortrag lädt dazu ein, die eigene Umgebung mit neuen Augen zu sehen. Er zeigt, warum Artenvielfalt nicht nur eine Frage schöner Blumen ist, sondern eng mit Bodenbeschaffenheit, Nutzungsgeschichte und langfristiger Pflege zusammenhängt. Gleichzeitig macht er Mut, denn gut geplante und fachlich begleitete Blühflächen können einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Insekten, Vögeln und Pflanzen leisten.
Begonnen wird der Vormittag um 9 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück im Bahnhof der IG OMa in Waltenhofen-Oberdorf. Für Brötchen und Heißgetränke ist gesorgt, Aufstriche und Beläge bringen die Teilnehmenden selbst mit. Im Anschluss an den Vortrag bleibt bis 12 Uhr ausreichend Zeit für Fragen, Gespräche und einen offenen Austausch. Gerade dieser Dialog zwischen Referent und Publikum macht die Veranstaltung zu einem lebendigen Treffpunkt für Naturinteressierte aus der Region.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.
Kurzinfos auf einen Blick
-
Veranstaltung: Blumen und Brötchen – Von der Urwiese zum Blühstreifen
-
Datum: Sonntag, 18. Januar 2026
-
Zeit: 9:00–12:00 Uhr
-
Ort: IG OMa, Oberdorfer Bahnhofstraße 7, 87448 Waltenhofen
-
Referent: Alfred Karle-Fendt
-
Eintritt: frei
-
Anmeldung: https://ig-oma.dein-ticket.shop
In einer Zeit, in der der Klimawandel nicht nur ein abstraktes Zukunftsszenario, sondern eine spürbare Realität geworden ist, gewinnen Veranstaltungen wie „Blumen und Brötchen“ an besonderer Bedeutung. Die Wiederherstellung und der Erhalt von artenreichen Wiesen können als lokales Gegenmittel gegen globale Umweltprobleme betrachtet werden. Alfred Karle-Fendt beleuchtet in seinem Vortrag nicht nur die ökologische Relevanz dieser Lebensräume, sondern auch ihre gesellschaftliche und kulturelle Dimension. Der Erhalt von Blühflächen ist nicht nur eine ökologische Aufgabe, sondern auch ein Ausdruck von Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen. Diese Flächen bieten nicht nur Lebensraum für zahlreiche Arten, sondern auch Erholungsräume für Menschen – sie sind ein Stück Natur, das uns an die Zerbrechlichkeit und gleichzeitig an die Widerstandskraft der Natur erinnert.
Darüber hinaus regt die Veranstaltung zu einer Reflexion über unsere eigene Rolle im Naturschutz an. Jeder Einzelne kann durch bewusste Entscheidungen und kleine Maßnahmen zum Erhalt dieser wertvollen Ökosysteme beitragen. Ob es das Anlegen eines kleinen Blühstreifens im eigenen Garten, die Unterstützung von lokalen Naturschutzprojekten oder die Teilnahme an Initiativen wie dieser ist – die Möglichkeiten sind vielfältig. Die Veranstaltung fördert nicht nur das Bewusstsein für die Bedeutung von Biodiversität, sondern auch den aktiven Austausch und die Vernetzung von Menschen, die bereit sind, Verantwortung für ihre Umwelt zu übernehmen. Dieses gemeinschaftliche Engagement stärkt den sozialen Zusammenhalt und zeigt, dass lokal gedachte und umgesetzte Maßnahmen eine globale Wirkung entfalten können. 🌿